Fortbildung im CVT-Institut in Kopenhagen

Das  CVT-Institut in Kopenhagen ist das größte Gesangsinstitut Europas. Anfang Juli 2026 war ich dort auf einer 5-tägigen Fortbildung zu Gesangstechniken der populären Stile, wie zum Beispiel Rock-Pop oder Musical.  Täglich ging es von 10-17 Uhr ausschließlich um das Training mit unseren Coaches Michelle, Ulrik, Ditlev, Linda und Siegrid. Sie sind allesamt CVT -Lehrende und professionelle Rock-Popsänger*innen. Wir wurden durch die Pianisten Christian und Christoph begleitet.

Die 16 Teilnehmenden, die meisten professionelle und semi-professionelle Rock-Popsänger*innen kamen aus UK, USA, Deutschland, Schweiz, Norwegen, Moldawien, Lettland, Zypern, Finnland, Schweden, Dänemark und den Niederlanden. Nur Chris (mit einer riesigen Rockröhre und einem anbetungswürdigen Falsett) ist Schauspieler und Professor für Schauspiel an einer amerikanischen Hochschule und zudem ein versierter Musicalsänger. Da der Kurs ausgebucht war, wurden wir in die Blaue und die Orangene Gruppe eingeteilt, damit alle gleich viel Zeit zum Praxistraining in den Einzelstunden bekamen. Der Tag begann jeweils mit einem einstündigen theoretischen Vortrag zur Stimmphysiologie und der jeweiligen Modi Neutral, Curbing, Overdrive (Belting) und Edge (Scream). Ich war aber immer schon um 9 Uhr im Institut, um im einen der Überäume das am Tag zuvor gelernte zu üben und meine Stimme auf die zarten Randregisterfunktionen, eine für den klassischen Gesang unverzichtbare Funktion zu checken, die bei dem harten Training im Rock-Pop schon mal auf der Strecke bleiben können, wenn man die Techniken nicht einwandfrei praktiziert! Dann spricht nämlich der Modus „Neutral“ (Classic Rock oder auch Kopfstimme/Falsett im klassischen Gesang kaum mehr an. Danach ging es sofort in die Praxis und wir 7 Teilnehmenden der Gruppe Blau hatten dann jeweils 45 Minuten Gesangsunterricht/Training vor der Gruppe. So konnten wir auch unser Gehör schulen und die einzelnen Modi unterscheiden lernen. Anhand von Hörbeispielen von großen Rock-Pop, Musical- und auch Opernstars lernten wir zudem erkennen, in welchen Modus gesungen wurde, oder zwischen welchen Modi die Sänger*innen während ihrer Songs oder Arien wechselten. Es war total spannend.  Außerdem wurden wir immer wieder aufgefordert mitzumachen, so dass wir auch, wenn die anderen drankamen niemals müde wurden. Ich hatte als Einzige teilnehmende studierte Opernsängerin von Anfang an keine Scheu mich im Rock-Pop auszuprobieren, denn die Atmosphäre in unsere Gruppe war wertschätzend und „empowernd“. Ich hatte den Song „Vincent“ von Sarah Connor im Gepäck, der alles von Neutral bis Edge forderte. Für mich ist stilgerechtes Singen im Rock Pop eine wirkliche Herausforderung, da mein Muskelgedächtnis seit 40 Jahren auf die Stilistik und das Klangideal des klassischen Gesangs konditioniert ist. Das war aber auch manchmal richtig lustig, wenn mein Unbewusstes bei Stress oder Unsicherheit einfach auf das „sichere Terrain umswitchte“. Die anderen konnten hier die Unterschiede gut hören.

Ein zusätzlicher Lerneffekt für alle und zudem noch gut geeignet Vorurteile gegenüber dem jeweiligen Genre abzubauen. Offensichtlich habe ich eine Naturbegabung für das „EDGE“, was wohl auch mit daran liegt, dass ich einen tadellosen Support (Stütze) vorzuweisen habe. Die Tatsache, dass meine Stimme auch nach 5 Tagen Overdrive- und Edge Singen keine Ermüdungserscheinungen zeigte, ist der beste Beweis dafür, dass, entgegen dem Vorurteil vieler klassischen Gesangslehrenden, Overdrive - und Edge-Singen, „Von zart bis hart“, solange es technisch sauber ausgeführt wird, keinerlei Schäden an der Stimme verursacht. Das kann man dann, genauso, wie im klassischen Gesang, von morgens bis abends praktizieren. Ich jedenfalls bin nun überzeugt davon!

Die Fortbildung fand mit einem von allen Teilnehmenden gestaltetes Konzert ihren Abschluss. Für uns war es eine Ehre, dass Cathrine Sadolin, die Gründerin des CVT-Institutes und eine echte Legende unter Rock-Pop-Sänger*innen und Gesangspädagog*innen zugegen war.

Das CVT Institut mitten in der Kopenhagener Altstadt

Theorie mit Ulrik. Smart, entspannt und lustig.

„Du singst schon in Edge und zwar Alles! Linda was amazing.

Kopenhagen ist wunderschön!

Erschöpft, aber Happy!
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